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Biografie & Geschichten

Vom staunenden Achtjährigen zum Zauberer vom Hexenberg

Manchmal reicht ein einziger magischer Moment, um ein ganzes Leben zu verändern. Bei mir begann alles, als ich acht Jahre alt war. Der Zauberkünstler Erich Fröhlich aus Windischeschenbach trat damals in meiner Grundschule in Parkstein auf. Ich saß im Publikum – und war völlig von den Socken. Was dieser Mann auf der Bühne machte, ließ mich nicht mehr los. Ich wollte unbedingt wissen: Wie funktioniert Zauberei? Wie schafft man es, Menschen so zum Staunen zu bringen?

In den folgenden Wochen besuchte ich Erich Fröhlich immer wieder privat. Er nahm sich Zeit für mich, zeigte mir meine ersten Kunststücke und brachte mir die Grundlagen der Zauberei bei. Schon bald durfte ich ihn sogar als kleiner Zauberassistent bei seinen Auftritten begleiten. Dann kam der Tag, den ich bis heute nicht vergessen habe. Mitten in einer seiner Vorstellungen sagte er zu mir, dass ich heute selbst einen Zaubertrick vorführen dürfe.

„Hier ist Wolfgang, der Nachwuchszauberer!“

Ich war unglaublich nervös, aber gleichzeitig voller Vorfreude. Dann stand ich da, mitten auf der Bühne, und führte meinen damals besten Zaubertrick vor: Ein Tennisball verwandelte sich in eine Taube. Das Publikum applaudierte – und für einen achtjährigen Jungen fühlte sich dieser Applaus riesengroß an. Ich wusste damals natürlich noch nicht, wohin mich dieser Moment einmal führen würde. Aber eines war passiert: Die Bühne hatte mich gepackt. Und sie hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.

Der erste bezahlte Auftritt – für 30 D-Mark

Gut zehn Jahre später war aus den ersten Kunststücken längst ein kleiner Zauberkoffer voller Tricks geworden. Eines Tages fertigte ich in einem Kopiercenter in Weiden mit einem Farbkopierer spezielle Trickkarten für meine Zauberei an. Der Chef bemerkte, was ich da machte, und fragte mich plötzlich, ob ich nicht am Samstag beim Kindergeburtstag seiner Tochter zaubern wolle. Meine erste Antwort war: Nein! Doch er ließ nicht locker – und irgendwann ließ ich mich breitschlagen.

So kam es zu meinem ersten eigenen bezahlten Zauberauftritt. Meine Gage: 30 D-Mark. Diese 30 Mark waren für mich etwas ganz Besonderes, denn davon konnte ich neue Zaubertricks kaufen, Material besorgen und meine eigenen Ideen weiterentwickeln. Noch wichtiger war aber etwas anderes: Der Auftritt machte mir unglaublich viel Spaß.

„Zauberer hat noch Termine frei.“

Also fragte ich meinen Vater, wie ich wohl an weitere Auftritte kommen könnte. Seine Antwort war für die damalige Zeit absolut logisch: „Wir müssen eine Anzeige in die Tageszeitung setzen!“ Gesagt, getan. Unsere erste Werbung war alles andere als eine ausgefeilte Marketingkampagne. Der Anzeigentext war herrlich einfach:

„Zauberer hat noch Termine frei.“
Dazu eine Telefonnummer. Fertig.

Und tatsächlich: Das Telefon klingelte. Innerhalb kürzester Zeit durfte ich auf rund zehn Kindergeburtstagen zaubern. Aus einem Auftritt wurden mehrere. Aus den ersten Tricks entstand ein Programm. Mit jedem Auftritt kamen neue Erfahrungen, neue Ideen und neue Kunststücke hinzu. Und es ging weiter. Und weiter. Und weiter …

Irgendwann wurde aus dem Hobby ein Traum

Als schließlich die ersten Auftritte auf größeren Festen und Veranstaltungen dazukamen, entstand in meinem Kopf eine Vorstellung, die zunächst ziemlich verrückt klang: Ich möchte hauptberuflich Zauberkünstler werden. Was mit einem staunenden achtjährigen Jungen in einer Grundschule in Parkstein begonnen hatte, sollte tatsächlich mein Leben bestimmen.

Bis heute liebe ich diesen besonderen Moment, wenn Kinder lachen, Erwachsene staunen und für einen Augenblick niemand darüber nachdenkt, wie etwas funktioniert. Denn genau dieses Gefühl habe ich selbst als Achtjähriger erlebt.

Und vielleicht ist das der Grund, warum ich heute noch genauso gerne auf die Bühne gehe:
Ich möchte dieses Staunen weitergeben.

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